Bestandesbegründung

Gepflegte Bestände aus standortgerechten Baumarten verjüngen sich oft natürlich. Aus den Samen der Altbäume wachsen dann junge Bäume heran. Dies ist der Idealfall, denn diese Bäume sind an den Standort angepasst und bilden ein gesundes Wurzelwerk aus.

Wenn in Altbeständen jedoch die natürliche Verjüngung fehlt oder nicht ausreichend vorhanden ist, so muss nach der Holzernte oder nach Sturmwürfen wieder mit Baumschulpflanzen aufgeforstet werden. Während der Aufforstung trifft der Waldbesitzer eine richtungsweisende Entscheidung. Denn ein Baum, den er heute gepflanzt hat, wächst mindestens für die nächsten 100 Jahre in seinem Wald. Diese Entscheidung beeinflusst das Bild unserer Wälder heute und für die kommenden Generationen.

Mischbestände aus mehreren Baumarten erweisen sich als besonders stabil bei Witterungseinflüssen, Befall mit schädlichen Insekten sowie Pilzerkrankungen. Außerdem bietet ein „gemischtes Wahrenlager“ bessere Absatzmöglichkeiten. Dies sollte bei der Bestandesbegründung unbedingt berücksichtigt werden. Falls die natürliche Verjüngung nur aus einer Baumart besteht, ist es ratsam die Baumartenmischung durch Pflanzung gezielt zu ergänzen.

In den meisten Gegenden Bayerns stehen Naturverjüngunen oder ein frisch gepflanzter Bestand in der Startphase unter dem negativen Einfluss von Schalenwild. Rotwild und Rehe haben die jungen Triebe Ihrer jungen Bäumchen zum Fressen gern. Daher sollten je nach jagdlicher Situation unbedingt Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Das Bayerische Waldgesetz schreibt den Grundsatz „Wald vor Wild“ vor. Damit werden Wildbestände (Wilddichten) definiert, die eine natürliche Verjüngung ermöglichen. Sollte es zu Wildschäden kommen, können Waldbesitzer diese bei der Jagdgenossenschaft geltend machen. Besser ist es jedoch, Wildschäden erst gar nicht entstehen zu lassen. In einem Gespräch mit dem zustädnigen Jäger können zum Beispiel Schwerpunktgebiete (Verjüngungsbestände) für eine effektive Jagd vereinbart werden.